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Etappe 05: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Traumpfad München-Venedig
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{Etappe
{{Etappe
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== Überblick ==
== Überblick ==
<!-- 2–3 Sätze: Charakter der Etappe, Höhepunkte, worauf man sich einstellen muss. Wer nur diesen Absatz liest, soll wissen, was ihn erwartet. -->
<!-- 2–3 Sätze: Charakter der Etappe, Höhepunkte, worauf man sich einstellen muss. Wer nur diesen Absatz liest, soll wissen, was ihn erwartet. -->
Der Übernachtungsort Vorderriß ist der nördliche Zugang in das Herz des Karwendelgebirges. Auf einer Fläche von über 900 Quadratkilometern ist außer dem Jäger- und Holzfällerort Hinterriß keine ganzjährig bewohnte Siedlung zu finden und – Gott sei’s gedankt – auch keine Durchgangsstraße. Dieses oft als menschenfeindlich bezeichnete Reich der steilen Felswände und stillen Hochkare, der tiefen Jagdgründe und uralten Zirbelwälder ist in Wahrheit ein echtes Erholungsparadies für Lärm- und Stressgeschädigte.


== Wegbeschreibung ==
== Wegbeschreibung ==
<!-- Der Weg in Gehrichtung, in kurzen Absätzen. Abzweigungen und Markierungen nennen, an denen man sich leicht verläuft. Zwischenziele mit ungefährer Gehzeit, z. B. „nach ca. 1½ h erreicht man …“ -->
<!-- Der Weg in Gehrichtung, in kurzen Absätzen. Abzweigungen und Markierungen nennen, an denen man sich leicht verläuft. Zwischenziele mit ungefährer Gehzeit, z. B. „nach ca. 1½ h erreicht man …“ -->[[Datei:Karte Etappe 05.png|mini|Etappe 5]]
Die ersten elf Kilometer hinein ins Rißtal bleibt uns die Fahrstraße leider nicht erspart. An Wochenenden empfiehlt es sich, früh aufzustehen, um dem motorisierten Ausflugsverkehr zu entgehen. Bis zu 10.000 Fahrzeuge täglich muss die Natur an schönen Wochenenden im Sommer und Herbst manchmal verkraften, eine Folge der ungebremsten Kommerzialisierung der Eng. Ein paar »Schleichwege« gibt es erfreulicherweise aber doch, so dass wir wenigstens stellenweise dem Autoverkehr ausweichen können. Gleich nach dem Aufbruch in Vorderriß leitet auf der linken Seite ein Wiesenweg hinauf zur Kapelle und den Forsthäusern. Dort beginnt ein parallel zur Straße verlaufender Wirtschaftsweg. Erst nach etwa 2,7 Kilometern zwingt uns dann der Bergfuß des Grasköpfls hinunter auf die Teerstraße (0:45h). Nicht ganz 500 Meter weiter können wir linksseitig wieder für ein kurzes Stückchen den Autos entkommen. Nach einer guten Stunde haben wir die Oswaldhütte erreicht. Unweit von hier befindet sich das 1948 erbaute Rißbachwehr. Von dort gelangt das Wasser in unterirdischen Stollen zum Niedernachkraftwerk am Walchensee. Unterwegs werden noch andere Bäche eingeleitet sowie die Isar und die Straße Vorderriß–Wallgau unterquert. Jetzt ist es nicht mehr weit bis zur österreichischen Staatsgrenze (1:30h). Ungefähr einen Kilometer danach beginnt unser längster Seitenweg. Bevor die Autostraße erneut auf die östliche Bachseite wechselt, halten wir uns an den westseitig flussaufwärts ziehenden Wirtschaftsweg. Bei der Weggabelung nach etwa drei Kilometern gehen wir nicht hinunter zu der Rißbachbrücke, sondern wandern rechts weiter.
 
Erst unmittelbar vor Hinterriß (2:30h) endet auch dieser erholsame Wanderabschnitt. Die dortige Ansiedlung besteht im wesentlichen aus einem ehemaligen Jagdschlössl des Herzogs von Coburg, einigen Forsthäusern, zwei Gasthöfen und dem Zollhaus. Die kleine Kirche wurde zur Fuggerzeit von den Knappen erbaut, als hier für die verschiedenen Erzbergwerke in den Tälern eine Schmelze bestand.
 
Wir verlassen den Ort auf der Straße in Richtung Eng, zweigen aber beim ersten
Wirtschaftssträßchen rechts ab und folgen dem Talverlauf auf dem markierten Weg 231. Um Stuhlberg und Luchsegg herum biegen wir ins Johannesbachtal ein. Bei der verfallenen Johannestalalm (4:30h) treffen wir auf einen Forstweg, der uns weiter in bequemer Steigung hoch über dem Gebirgsbach durch das Johannestal zum reizvoll gelegenen Kleinen Ahornboden (1400m, 5:45h) bringt. Auf das einfache Denkmal Hermann von Barths, das an diesem schönen Ort einen würdigen Platz gefunden hat, schauen die stolzen Berghäupter, die er bezwang: die Zinnen der Nördlichen Sonnenspitze, der Moserkarspitze, der Kaltwasserkarspitze und der Grabenkarspitze. Er bestieg in den Jahren 1870/71 insgesamt 88 Karwendelgipfel, davon zwölf als Erstbesteiger. 1874 erschien sein berühmtes Buch »Aus den Nördlichen Kalkalpen«, das auch heute noch eine interessante Lektüre ist.
 
Vorbei am Pürschhaus, längs eines trockenen Grabens, dann steiler durch steinige Mulden und Wald führt der als Europawanderweg E4 markierte Pfad in freie und latschenbewachsene Hänge und schließlich über den Hochalmsattel (7:15h) zur Alpenvereinshütte Karwendelhaus (1765m, 7:30h). Sie ist Stützpunkt für die Besteigung der Ödkarspitzen, der Östlichen Karwendelspitze und natürlich der Birkkarspitze, der höchsten Erhebung des Karwendels.
 
Tipp: Unterwegs auf alten Karwendelsteigen
 
Hier noch der Geheimtipp für Pfadfinder und erfahrene Alpinisten: Die direktere und interessantere Verbindung von Vorderriß zum Karwendelhaus führt über das Fermersbachtal, die Fereinalm bzw. Krinner-Kofler-Hütte und die Bärnalpl-Scharte (1769m). Gute Verhältnisse, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, sowie eine große Portion Orientierungssinn sind für die lohnende Begehung Voraussetzung.


== Schlüsselstellen und Gefahren ==
== Schlüsselstellen und Gefahren ==
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== Karten ==
== Karten ==
<!-- Passende Wanderkarten (Verlag, Nummer, Maßstab). -->
<!-- Passende Wanderkarten (Verlag, Nummer, Maßstab). -->
Kompasswanderkarte 182 Isarwinkel, 1:50 000.

Aktuelle Version vom 4. November 2026, 19:23 Uhr

Etappe 05
Vorderriß → Karwendelhaus
Abschnitt Karwendel
Strecke 23 km
Aufstieg / Abstieg ↑ 1010 m / ↓ 40 m
Gehzeit 7:30 h
Höchster Punkt Karwendelhaus
Schwierigkeit mittel
Stand:
← vorherige Etappe · nächste Etappe →

Überblick

Der Übernachtungsort Vorderriß ist der nördliche Zugang in das Herz des Karwendelgebirges. Auf einer Fläche von über 900 Quadratkilometern ist außer dem Jäger- und Holzfällerort Hinterriß keine ganzjährig bewohnte Siedlung zu finden und – Gott sei’s gedankt – auch keine Durchgangsstraße. Dieses oft als menschenfeindlich bezeichnete Reich der steilen Felswände und stillen Hochkare, der tiefen Jagdgründe und uralten Zirbelwälder ist in Wahrheit ein echtes Erholungsparadies für Lärm- und Stressgeschädigte.

Wegbeschreibung

Etappe 5

Die ersten elf Kilometer hinein ins Rißtal bleibt uns die Fahrstraße leider nicht erspart. An Wochenenden empfiehlt es sich, früh aufzustehen, um dem motorisierten Ausflugsverkehr zu entgehen. Bis zu 10.000 Fahrzeuge täglich muss die Natur an schönen Wochenenden im Sommer und Herbst manchmal verkraften, eine Folge der ungebremsten Kommerzialisierung der Eng. Ein paar »Schleichwege« gibt es erfreulicherweise aber doch, so dass wir wenigstens stellenweise dem Autoverkehr ausweichen können. Gleich nach dem Aufbruch in Vorderriß leitet auf der linken Seite ein Wiesenweg hinauf zur Kapelle und den Forsthäusern. Dort beginnt ein parallel zur Straße verlaufender Wirtschaftsweg. Erst nach etwa 2,7 Kilometern zwingt uns dann der Bergfuß des Grasköpfls hinunter auf die Teerstraße (0:45h). Nicht ganz 500 Meter weiter können wir linksseitig wieder für ein kurzes Stückchen den Autos entkommen. Nach einer guten Stunde haben wir die Oswaldhütte erreicht. Unweit von hier befindet sich das 1948 erbaute Rißbachwehr. Von dort gelangt das Wasser in unterirdischen Stollen zum Niedernachkraftwerk am Walchensee. Unterwegs werden noch andere Bäche eingeleitet sowie die Isar und die Straße Vorderriß–Wallgau unterquert. Jetzt ist es nicht mehr weit bis zur österreichischen Staatsgrenze (1:30h). Ungefähr einen Kilometer danach beginnt unser längster Seitenweg. Bevor die Autostraße erneut auf die östliche Bachseite wechselt, halten wir uns an den westseitig flussaufwärts ziehenden Wirtschaftsweg. Bei der Weggabelung nach etwa drei Kilometern gehen wir nicht hinunter zu der Rißbachbrücke, sondern wandern rechts weiter.

Erst unmittelbar vor Hinterriß (2:30h) endet auch dieser erholsame Wanderabschnitt. Die dortige Ansiedlung besteht im wesentlichen aus einem ehemaligen Jagdschlössl des Herzogs von Coburg, einigen Forsthäusern, zwei Gasthöfen und dem Zollhaus. Die kleine Kirche wurde zur Fuggerzeit von den Knappen erbaut, als hier für die verschiedenen Erzbergwerke in den Tälern eine Schmelze bestand.

Wir verlassen den Ort auf der Straße in Richtung Eng, zweigen aber beim ersten Wirtschaftssträßchen rechts ab und folgen dem Talverlauf auf dem markierten Weg 231. Um Stuhlberg und Luchsegg herum biegen wir ins Johannesbachtal ein. Bei der verfallenen Johannestalalm (4:30h) treffen wir auf einen Forstweg, der uns weiter in bequemer Steigung hoch über dem Gebirgsbach durch das Johannestal zum reizvoll gelegenen Kleinen Ahornboden (1400m, 5:45h) bringt. Auf das einfache Denkmal Hermann von Barths, das an diesem schönen Ort einen würdigen Platz gefunden hat, schauen die stolzen Berghäupter, die er bezwang: die Zinnen der Nördlichen Sonnenspitze, der Moserkarspitze, der Kaltwasserkarspitze und der Grabenkarspitze. Er bestieg in den Jahren 1870/71 insgesamt 88 Karwendelgipfel, davon zwölf als Erstbesteiger. 1874 erschien sein berühmtes Buch »Aus den Nördlichen Kalkalpen«, das auch heute noch eine interessante Lektüre ist.

Vorbei am Pürschhaus, längs eines trockenen Grabens, dann steiler durch steinige Mulden und Wald führt der als Europawanderweg E4 markierte Pfad in freie und latschenbewachsene Hänge und schließlich über den Hochalmsattel (7:15h) zur Alpenvereinshütte Karwendelhaus (1765m, 7:30h). Sie ist Stützpunkt für die Besteigung der Ödkarspitzen, der Östlichen Karwendelspitze und natürlich der Birkkarspitze, der höchsten Erhebung des Karwendels.

Tipp: Unterwegs auf alten Karwendelsteigen

Hier noch der Geheimtipp für Pfadfinder und erfahrene Alpinisten: Die direktere und interessantere Verbindung von Vorderriß zum Karwendelhaus führt über das Fermersbachtal, die Fereinalm bzw. Krinner-Kofler-Hütte und die Bärnalpl-Scharte (1769m). Gute Verhältnisse, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, sowie eine große Portion Orientierungssinn sind für die lohnende Begehung Voraussetzung.

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