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Etappe 08: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Traumpfad München-Venedig
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| start        = Inntal
| start        = Inntal
| ziel          = Lizumer Hütte
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== Überblick ==
== Überblick ==
<!-- 2–3 Sätze: Charakter der Etappe, Höhepunkte, worauf man sich einstellen muss. Wer nur diesen Absatz liest, soll wissen, was ihn erwartet. -->
<!-- 2–3 Sätze: Charakter der Etappe, Höhepunkte, worauf man sich einstellen muss. Wer nur diesen Absatz liest, soll wissen, was ihn erwartet. -->
Heute machen wir uns auf in die Zentralalpen. Zunächst gilt es, die vielen Höhenmeter, die wir beim Abstieg vom Karwendel verloren haben, wiederzugewinnen. Die uralte Kulturlandschaft des Inntals lassen wir hinter uns. Urgestein und schneebedeckte Gipfel bestimmen das Bild am Ende dieser Tagesetappe.


== Wegbeschreibung ==
== Wegbeschreibung ==
<!-- Der Weg in Gehrichtung, in kurzen Absätzen. Abzweigungen und Markierungen nennen, an denen man sich leicht verläuft. Zwischenziele mit ungefährer Gehzeit, z. B. „nach ca. 1½ h erreicht man …“ -->
<!-- Der Weg in Gehrichtung, in kurzen Absätzen. Abzweigungen und Markierungen nennen, an denen man sich leicht verläuft. Zwischenziele mit ungefährer Gehzeit, z. B. „nach ca. 1½ h erreicht man …“ -->
Je nachdem, welchen Zielort wir am Vorabend angesteuert haben, bieten sich uns am achten Wandertag ganz unterschiedliche Wegvarianten an. Die Hauptroute verläuft von Wattens über das Wattental und den Lizumer Zirbenweg zur Lizumer Hütte. Von Hall aus geht’s per Bus und Seilbahn zur Tulfeinalm und von dort über das Naviser Jöchl zum Tagesziel.
Hauptroute von Wattens: Beim Kartenstudium zur heutigen Etappe gewinnt man unweigerlich den Eindruck, dass das Lager Walchen von Wattens aus nur auf der Straße zu erreichen ist. Erst vor wenigen Jahren wurden jedoch von engagierten Einheimischen die alten Wege im Wattental wieder neu erkundet und markiert. Wir verdanken ihnen heute einen besonders interessanten und reizvollen Wegverlauf, der alles andere als ein Pflichtprogramm ist.
Ausgangspunkt ist die Laurenziuskirche in der Ortsmitte von Wattens (A). Wir verlassen den Ort Richtung Süden auf der Langen Gasse. Wo die Wattentalstraße nach links zu ihrer ersten großen Serpentine abknickt, halten wir uns auf einem kleinen asphaltierten Weg rechts (Schild Kreuzweg). Der Kreuzweg ist Pater Jakob Gapp gewidmet. Er hatte 1939 in einer Predigt den nationalsozialistischen Staat scharf angegriffen und musste deshalb nach Spanien fliehen, wo man ihn jedoch später verhaftete. 1943 wurde der Geistliche dann in Berlin-Plötzensee enthauptet. Papst Johannes Paul II hat ihn 1996 als Märtyrer des Glaubens selig gesprochen. Nach wenigen Metern wird der Kreuzweg zu einem schmalen Pfad (Beschilderung Kirchsteig und Kreuzweg), der sich zunächst nach rechts über eine schmale Brücke in Serpentinen und dann durch einen alten Hohlweg den Hang empor windet. An der zwölften Station erreichen wir wieder die Wattentalstraße, die wir aber beim Ortsschild Keilfeld und dem Wegweiser »Schirmer« sofort wieder nach links verlassen. Nach dem ersten Haus biegen wir in die Erzgasse rechts ab. Das schmale Teersträßchen steigt sanft den Hang hinauf. Auf der linken Seite kommen ein uraltes Holzhaus und eine kleine, sehenswerte Holzkapelle in Sicht. Bei der nächsten Gabelung wenden wir uns nach links in die Sackgasse. Bald verliert sich das Teersträßchen in einen schmalen, von Holzzäunen begrenzten Steig, auf dem wir den Hang hinauf wandern. Von der ersten Abzweigung nach rechts lassen wir uns nicht beirren. Nach wenigen Minuten kommt dann die Böschung einer Fahrstraße in Sicht. Hier gabelt sich der Pfad erneut. Geradeaus wandern wir Richtung Ortsmitte Ober- und Innerberg und finden uns nach wenigen Schritten auf der Straße wieder. Auf fast gleicher Höhe erreichen wir das schöne, alte Holzhaus mit der Nummer 20 an der linken Straßenseite.
Wir verlassen die Straße, die jetzt abfällt und spazieren auf dem schmalen Pfad bergauf, der links nach der Garagenzufahrt hinter dem Haus beginnt. Am Haus Nummer 166 mündet der Pfad in einen asphaltierten Weg, der bald eine Straße quert. Weiter geradeaus steigen wir hinauf, ein Schild »Gehweg zum Gemeindeamt« weist uns den Weg. Beim Haus 22 a beginnt links abermals mit Holzstufen ein alter Steig, der schließlich beim Gemeindeamt (1, 1:30h)  wieder zu einer Straße wird. Auf fast gleicher Höhe wandern wir taleinwärts, der Blick zurück auf das Karwendel und ins Inntal ist atemberaubend. Unseren Abstiegsweg des Vortags können wir genau ausmachen.
Vorbei an der Spiltner Kapelle mit ihrer bunten Fassade führt uns die Straße schließlich wieder zur Wattentalstraße zurück und in fünf Minuten zum Gasthaus Mühle (2, 2:00h). Nur für etwas weniger als einen Kilometer müssen wir jetzt den Autoverkehr auf der Wattentalstraße in Kauf nehmen, dann zweigen wir nach rechts in den Talgrund zum Gasthof Säge (3, 2:15h) ab. Dort beginnt am Haus der schattige alte Talweg durch die Wälder entlang des Wattenbachs. Haus und Sägewerk bleiben rechts zurück. Nach einem kurzen Aufstieg – den Holzweg nach rechts ignorieren wir – erreichen wir erneut eine Abzweigung. Die Beschilderung »Hauptweg ins Tal bis 1912« leitet uns hier nach rechts. Der alte Wirtschaftsweg wird zu einem breiten bemoosten Pfad. Bald müssen wir links auf einem schmalen Steiglein den Hang hinauf, wohin uns das originelle Schild mit den Worten »talauf« und dem spiegelverkehrt geschriebenen »talab« schickt. Nach einer kleinen Holzbrücke wird unser Steig erneut breiter und lässt den alten Wirtschaftsweg wieder erkennen. Zunächst entfernen wir uns vom Bach, aber bei der nächsten Kreuzung mit der Ausschilderung »Bachgrubenweg« halten wir nach rechts wieder auf ihn zu. Nur einige Meter steigen wir bergab, danach wenden wir uns nach links auf den Bachgrubensteig. Er wird immer schmaler und ist schließlich nur mehr ein rot-weiß markierter Trampelpfad durch den Bergwald. Rechts und links zweigen Jägerpfade ab; wir wandern jedoch immer geradeaus dahin. Schließlich treffen wir bei einer Lichtung auf eine Forststraße. Diese verläuft steil nach rechts hinunter zur Brücke über den Bach und am linken Ufer, an dem wir ab jetzt die Wanderung fortsetzen, ebenso steil wieder hinauf zu den Almhäusern der Melcher Ast. Hier lassen wir uns nicht verleiten, nach rechts den Hang hinaufzusteigen (Sackgasse!), sondern gehen geradeaus, zwischen Haus und Stall hindurch, über die Wiese auf das nächste Almhaus zu, wo wir nach rechts auf einem Wirtschaftsweg in einer großen Serpentine den Hang erklimmen. Gemächlich steigt nun der sonnige Weg ins Wattental hinauf, am Haus Waldrausch fällt er wieder ab zum Bach und in den kühlen Bergwald. Wir bleiben immer auf der rechten Talseite und wandern auf den Wirtschaftswegen weiter taleinwärts. Beim nächsten Wohnhaus, das wir passieren, halten wir uns halb links und steigen nicht zu den höher gelegenen Wirtschaftsgebäuden auf. Am Wehr des Baches vorbei erreichen wir schließlich die Brücke hinüber zum Gasthaus Haneburger (1351m, 4, 3:45h). Zwar könnten wir auch auf der rechten Talseite weitergehen, jedoch ist es ab hier müheloser, auf der Fahrstraße in knapp 30 Minuten zum Lager Walchen (1400m, 5, 4:15h) zu wandern. Hier trennen wir uns erneut von der Straße. Der mit der Nummer 314 ausgewiesene Weg leitet uns weiter Richtung Innerlannalm, knickt jedoch an einer Wegteilung einige Gehminuten davor nach links ab. Ein Hinweisschild an einem Holzhaus lotst uns jetzt nach rechts auf den Lizumer Zirbenweg. Dieser Weg war ursprünglich der einzige durch das Wattental in die Lizum und ist mit der Errichtung der Fahrstraße auf der gegenüberliegenden Talseite völlig in Vergessenheit geraten. Durch alte Zirbenbestände erreichen wir schließlich unser Tagesziel, die Lizumer Hütte (2019m, E, 7:00h).
Varianten von  Hall: Für einen Aufstieg von Hall auf die Lizumer Hütte würde man zu Fuß mehr als zwölf Stunden benötigen. Benutzt man Bus und Lift als Aufstiegshilfen, verkürzt sich die Tour aber auf etwa 7,5 Stunden Gehzeit. In Hall fährt vom Bahnhof oder vom Gasthof Badl ein Bus nach Tulfes zur Talstation des Sessellifts (Haltestelle Tulfes Raika). Hier bieten sich sogar drei gute Alternativen für den Weiterweg an. Für Variante 1 und 2  fährt man zunächst mit dem Lift auf die 2035 Meter hoch gelegene Tulfeinalm, für Variante 3 dagegen nur bis zur Mittelstation. AV-Mitglieder erhalten eine Ermäßigung auf den Fahrpreis des Lifts.
Der >>Klassiker<<, also die ursprünglich von Ludwig Graßler beschriebene Route, verläuft ab hier folgendermaßen: Von der Tulfeinalm steigen wir auf dem vom Skibetrieb arg zerschundenen Berg bis zum Tulfeinjöchl (2278m) auf. Von dort wandern wir auf dem Weg 350 hinunter ins Volderbachtal. Der Gipfel des Glungezers bleibt westlich liegen. Ein luftiges Steiglein leitet uns vorbei an der entlegenen und wasserumtosten Gwannschafalm zur Steinkasernalm im Talschluss und von dort weiter auf einem wenig begangenen Weg zum Naviser Jöchl (2479m, 4:30h). Von hier erreichen wir die Lizumer Hütte (2019m) in etwa drei Stunden. Dafür steigen wir zunächst zum Mölsjoch ab (Markierung 27 bzw. 327) und folgen dann größtenteils breiten Militärstraßen, die ein zügiges Ausschreiten ermöglichen. Das ganze Gebiet wird vom österreichischen Bundesheer als Übungsplatz benutzt. Gleich neben der Lizumer Hütte befindet sich eine große Kasernenanlage. Von den höher gelegenen Muliställen führt ein Abkürzer direkt zur Hütte (auf Materiallift achten!). Steigt man dagegen auf der Straße zur Hütte ab, hat man einen zusätzlichen Bogen zu laufen und muss außerdem noch das Kasernengelände umgehen.
Variante 2 (lange Gratwanderung auf teilweise ausgesetzten Steigen!): Wer genügend Zeit hat, kann den Aufstieg von Hall durch eine wunderschöne Gratwanderung bereichern, benötigt dann aber einen weiteren Tag. Man steigt am ersten Tag zur Glungezerhütte auf (vom Tulfeinjöchl ca. 1h, Weg 333) und übernachtet dort. Am nächsten Tag überquert man Glungezer, Gamslahner Spitze, Kreuzspitze, Rosenjoch, Grünbergspitze und Grafmartspitze auf dem Weg zum Naviser Jöchl. Für diese Überschreitung ist mit fünf bis sechs Stunden zu rechnen. Anschließend erreicht man wie oben beschrieben die Lizumer Hütte (ca. neun Stunden von der Glungezerhütte). Selbst mit Bus und Lift ist diese Tour nicht an einem Tag zu schaffen, weil man wegen der Fahrzeiten nicht früh genug am Grat ankommt. Der zusätzliche Wandertag kann eingespart werden, wenn man den Aufstieg auf die Glungezerhütte mit der 7. Etappe kombiniert. Dazu ist allerdings eine früher Ankunft in Hall notwendig, um die letzte Bahn noch zu erreichen.
Eine weitere Variante, die sich bei Venediggehern zunehmender Beliebtheit erfreut und häufig begangen wird (>>Schlechtwettervariante<<), beginnt bereits an der Mittelstation der Seilbahn. Auf dem Weg 22a steigt man von der Halsmarter (1567m) hinab zur Voldertalhütte (auch Fritz-Pitscheider-Hütte, 1376m). Von ihr folgt man dem Weg 331 zur Steinkaseralm und wie oben beschrieben zur Lizumerhütte. Ähnlich wie der Aufstieg zur Glungezerhütte kann auch der Weg zur Voldertalhütte  bei Benutzung von Bus und Seilbahn mit der 7. Etappe kombiniert werden, wodurch man eine Übernachtung im Tal vermeidet. Der Fußweg zur Hütte hingegen von Hall oder Wattens ist zeitraubend und wird nur sehr ausdauernden Gehern in Kombination mit Etappe 7 gelingen.


== Schlüsselstellen und Gefahren ==
== Schlüsselstellen und Gefahren ==
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== Karten ==
== Karten ==
<!-- Passende Wanderkarten (Verlag, Nummer, Maßstab). -->
<!-- Passende Wanderkarten (Verlag, Nummer, Maßstab). -->
Alpenvereinskarte 33, Tuxer Alpen, 1:50.000.

Version vom 4. November 2026, 20:07 Uhr

Etappe 08
Inntal → Lizumer Hütte
Abschnitt Zentralalpen
Strecke 17 km
Aufstieg / Abstieg ↑ 1460 m / ↓ 0 m
Gehzeit 7 h
Höchster Punkt Lizumerhütte
Schwierigkeit mittel
Stand:
← vorherige Etappe · nächste Etappe →

Überblick

Heute machen wir uns auf in die Zentralalpen. Zunächst gilt es, die vielen Höhenmeter, die wir beim Abstieg vom Karwendel verloren haben, wiederzugewinnen. Die uralte Kulturlandschaft des Inntals lassen wir hinter uns. Urgestein und schneebedeckte Gipfel bestimmen das Bild am Ende dieser Tagesetappe.

Wegbeschreibung

Je nachdem, welchen Zielort wir am Vorabend angesteuert haben, bieten sich uns am achten Wandertag ganz unterschiedliche Wegvarianten an. Die Hauptroute verläuft von Wattens über das Wattental und den Lizumer Zirbenweg zur Lizumer Hütte. Von Hall aus geht’s per Bus und Seilbahn zur Tulfeinalm und von dort über das Naviser Jöchl zum Tagesziel.

Hauptroute von Wattens: Beim Kartenstudium zur heutigen Etappe gewinnt man unweigerlich den Eindruck, dass das Lager Walchen von Wattens aus nur auf der Straße zu erreichen ist. Erst vor wenigen Jahren wurden jedoch von engagierten Einheimischen die alten Wege im Wattental wieder neu erkundet und markiert. Wir verdanken ihnen heute einen besonders interessanten und reizvollen Wegverlauf, der alles andere als ein Pflichtprogramm ist.

Ausgangspunkt ist die Laurenziuskirche in der Ortsmitte von Wattens (A). Wir verlassen den Ort Richtung Süden auf der Langen Gasse. Wo die Wattentalstraße nach links zu ihrer ersten großen Serpentine abknickt, halten wir uns auf einem kleinen asphaltierten Weg rechts (Schild Kreuzweg). Der Kreuzweg ist Pater Jakob Gapp gewidmet. Er hatte 1939 in einer Predigt den nationalsozialistischen Staat scharf angegriffen und musste deshalb nach Spanien fliehen, wo man ihn jedoch später verhaftete. 1943 wurde der Geistliche dann in Berlin-Plötzensee enthauptet. Papst Johannes Paul II hat ihn 1996 als Märtyrer des Glaubens selig gesprochen. Nach wenigen Metern wird der Kreuzweg zu einem schmalen Pfad (Beschilderung Kirchsteig und Kreuzweg), der sich zunächst nach rechts über eine schmale Brücke in Serpentinen und dann durch einen alten Hohlweg den Hang empor windet. An der zwölften Station erreichen wir wieder die Wattentalstraße, die wir aber beim Ortsschild Keilfeld und dem Wegweiser »Schirmer« sofort wieder nach links verlassen. Nach dem ersten Haus biegen wir in die Erzgasse rechts ab. Das schmale Teersträßchen steigt sanft den Hang hinauf. Auf der linken Seite kommen ein uraltes Holzhaus und eine kleine, sehenswerte Holzkapelle in Sicht. Bei der nächsten Gabelung wenden wir uns nach links in die Sackgasse. Bald verliert sich das Teersträßchen in einen schmalen, von Holzzäunen begrenzten Steig, auf dem wir den Hang hinauf wandern. Von der ersten Abzweigung nach rechts lassen wir uns nicht beirren. Nach wenigen Minuten kommt dann die Böschung einer Fahrstraße in Sicht. Hier gabelt sich der Pfad erneut. Geradeaus wandern wir Richtung Ortsmitte Ober- und Innerberg und finden uns nach wenigen Schritten auf der Straße wieder. Auf fast gleicher Höhe erreichen wir das schöne, alte Holzhaus mit der Nummer 20 an der linken Straßenseite. Wir verlassen die Straße, die jetzt abfällt und spazieren auf dem schmalen Pfad bergauf, der links nach der Garagenzufahrt hinter dem Haus beginnt. Am Haus Nummer 166 mündet der Pfad in einen asphaltierten Weg, der bald eine Straße quert. Weiter geradeaus steigen wir hinauf, ein Schild »Gehweg zum Gemeindeamt« weist uns den Weg. Beim Haus 22 a beginnt links abermals mit Holzstufen ein alter Steig, der schließlich beim Gemeindeamt (1, 1:30h) wieder zu einer Straße wird. Auf fast gleicher Höhe wandern wir taleinwärts, der Blick zurück auf das Karwendel und ins Inntal ist atemberaubend. Unseren Abstiegsweg des Vortags können wir genau ausmachen.

Vorbei an der Spiltner Kapelle mit ihrer bunten Fassade führt uns die Straße schließlich wieder zur Wattentalstraße zurück und in fünf Minuten zum Gasthaus Mühle (2, 2:00h). Nur für etwas weniger als einen Kilometer müssen wir jetzt den Autoverkehr auf der Wattentalstraße in Kauf nehmen, dann zweigen wir nach rechts in den Talgrund zum Gasthof Säge (3, 2:15h) ab. Dort beginnt am Haus der schattige alte Talweg durch die Wälder entlang des Wattenbachs. Haus und Sägewerk bleiben rechts zurück. Nach einem kurzen Aufstieg – den Holzweg nach rechts ignorieren wir – erreichen wir erneut eine Abzweigung. Die Beschilderung »Hauptweg ins Tal bis 1912« leitet uns hier nach rechts. Der alte Wirtschaftsweg wird zu einem breiten bemoosten Pfad. Bald müssen wir links auf einem schmalen Steiglein den Hang hinauf, wohin uns das originelle Schild mit den Worten »talauf« und dem spiegelverkehrt geschriebenen »talab« schickt. Nach einer kleinen Holzbrücke wird unser Steig erneut breiter und lässt den alten Wirtschaftsweg wieder erkennen. Zunächst entfernen wir uns vom Bach, aber bei der nächsten Kreuzung mit der Ausschilderung »Bachgrubenweg« halten wir nach rechts wieder auf ihn zu. Nur einige Meter steigen wir bergab, danach wenden wir uns nach links auf den Bachgrubensteig. Er wird immer schmaler und ist schließlich nur mehr ein rot-weiß markierter Trampelpfad durch den Bergwald. Rechts und links zweigen Jägerpfade ab; wir wandern jedoch immer geradeaus dahin. Schließlich treffen wir bei einer Lichtung auf eine Forststraße. Diese verläuft steil nach rechts hinunter zur Brücke über den Bach und am linken Ufer, an dem wir ab jetzt die Wanderung fortsetzen, ebenso steil wieder hinauf zu den Almhäusern der Melcher Ast. Hier lassen wir uns nicht verleiten, nach rechts den Hang hinaufzusteigen (Sackgasse!), sondern gehen geradeaus, zwischen Haus und Stall hindurch, über die Wiese auf das nächste Almhaus zu, wo wir nach rechts auf einem Wirtschaftsweg in einer großen Serpentine den Hang erklimmen. Gemächlich steigt nun der sonnige Weg ins Wattental hinauf, am Haus Waldrausch fällt er wieder ab zum Bach und in den kühlen Bergwald. Wir bleiben immer auf der rechten Talseite und wandern auf den Wirtschaftswegen weiter taleinwärts. Beim nächsten Wohnhaus, das wir passieren, halten wir uns halb links und steigen nicht zu den höher gelegenen Wirtschaftsgebäuden auf. Am Wehr des Baches vorbei erreichen wir schließlich die Brücke hinüber zum Gasthaus Haneburger (1351m, 4, 3:45h). Zwar könnten wir auch auf der rechten Talseite weitergehen, jedoch ist es ab hier müheloser, auf der Fahrstraße in knapp 30 Minuten zum Lager Walchen (1400m, 5, 4:15h) zu wandern. Hier trennen wir uns erneut von der Straße. Der mit der Nummer 314 ausgewiesene Weg leitet uns weiter Richtung Innerlannalm, knickt jedoch an einer Wegteilung einige Gehminuten davor nach links ab. Ein Hinweisschild an einem Holzhaus lotst uns jetzt nach rechts auf den Lizumer Zirbenweg. Dieser Weg war ursprünglich der einzige durch das Wattental in die Lizum und ist mit der Errichtung der Fahrstraße auf der gegenüberliegenden Talseite völlig in Vergessenheit geraten. Durch alte Zirbenbestände erreichen wir schließlich unser Tagesziel, die Lizumer Hütte (2019m, E, 7:00h).

Varianten von Hall: Für einen Aufstieg von Hall auf die Lizumer Hütte würde man zu Fuß mehr als zwölf Stunden benötigen. Benutzt man Bus und Lift als Aufstiegshilfen, verkürzt sich die Tour aber auf etwa 7,5 Stunden Gehzeit. In Hall fährt vom Bahnhof oder vom Gasthof Badl ein Bus nach Tulfes zur Talstation des Sessellifts (Haltestelle Tulfes Raika). Hier bieten sich sogar drei gute Alternativen für den Weiterweg an. Für Variante 1 und 2 fährt man zunächst mit dem Lift auf die 2035 Meter hoch gelegene Tulfeinalm, für Variante 3 dagegen nur bis zur Mittelstation. AV-Mitglieder erhalten eine Ermäßigung auf den Fahrpreis des Lifts.

Der >>Klassiker<<, also die ursprünglich von Ludwig Graßler beschriebene Route, verläuft ab hier folgendermaßen: Von der Tulfeinalm steigen wir auf dem vom Skibetrieb arg zerschundenen Berg bis zum Tulfeinjöchl (2278m) auf. Von dort wandern wir auf dem Weg 350 hinunter ins Volderbachtal. Der Gipfel des Glungezers bleibt westlich liegen. Ein luftiges Steiglein leitet uns vorbei an der entlegenen und wasserumtosten Gwannschafalm zur Steinkasernalm im Talschluss und von dort weiter auf einem wenig begangenen Weg zum Naviser Jöchl (2479m, 4:30h). Von hier erreichen wir die Lizumer Hütte (2019m) in etwa drei Stunden. Dafür steigen wir zunächst zum Mölsjoch ab (Markierung 27 bzw. 327) und folgen dann größtenteils breiten Militärstraßen, die ein zügiges Ausschreiten ermöglichen. Das ganze Gebiet wird vom österreichischen Bundesheer als Übungsplatz benutzt. Gleich neben der Lizumer Hütte befindet sich eine große Kasernenanlage. Von den höher gelegenen Muliställen führt ein Abkürzer direkt zur Hütte (auf Materiallift achten!). Steigt man dagegen auf der Straße zur Hütte ab, hat man einen zusätzlichen Bogen zu laufen und muss außerdem noch das Kasernengelände umgehen.

Variante 2 (lange Gratwanderung auf teilweise ausgesetzten Steigen!): Wer genügend Zeit hat, kann den Aufstieg von Hall durch eine wunderschöne Gratwanderung bereichern, benötigt dann aber einen weiteren Tag. Man steigt am ersten Tag zur Glungezerhütte auf (vom Tulfeinjöchl ca. 1h, Weg 333) und übernachtet dort. Am nächsten Tag überquert man Glungezer, Gamslahner Spitze, Kreuzspitze, Rosenjoch, Grünbergspitze und Grafmartspitze auf dem Weg zum Naviser Jöchl. Für diese Überschreitung ist mit fünf bis sechs Stunden zu rechnen. Anschließend erreicht man wie oben beschrieben die Lizumer Hütte (ca. neun Stunden von der Glungezerhütte). Selbst mit Bus und Lift ist diese Tour nicht an einem Tag zu schaffen, weil man wegen der Fahrzeiten nicht früh genug am Grat ankommt. Der zusätzliche Wandertag kann eingespart werden, wenn man den Aufstieg auf die Glungezerhütte mit der 7. Etappe kombiniert. Dazu ist allerdings eine früher Ankunft in Hall notwendig, um die letzte Bahn noch zu erreichen.

Eine weitere Variante, die sich bei Venediggehern zunehmender Beliebtheit erfreut und häufig begangen wird (>>Schlechtwettervariante<<), beginnt bereits an der Mittelstation der Seilbahn. Auf dem Weg 22a steigt man von der Halsmarter (1567m) hinab zur Voldertalhütte (auch Fritz-Pitscheider-Hütte, 1376m). Von ihr folgt man dem Weg 331 zur Steinkaseralm und wie oben beschrieben zur Lizumerhütte. Ähnlich wie der Aufstieg zur Glungezerhütte kann auch der Weg zur Voldertalhütte bei Benutzung von Bus und Seilbahn mit der 7. Etappe kombiniert werden, wodurch man eine Übernachtung im Tal vermeidet. Der Fußweg zur Hütte hingegen von Hall oder Wattens ist zeitraubend und wird nur sehr ausdauernden Gehern in Kombination mit Etappe 7 gelingen.

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